Redaktionelle Richtlinien

Diese Richtlinien gelten für alle Inhalte auf MedTest. Sie ergänzen unsere Methodik, die beschreibt, wie wir recherchieren und bewerten.

1. Sachliche Richtigkeit hat Vorrang

  • Jede tatsachenbehauptende Aussage muss auf eine benannte, überprüfbare Quelle zurückführbar sein.
  • Studien, Quellenangaben, Rechtsnormen, Zahlenwerte und Fundstellen werden nicht aus dem Gedächtnis oder aus Sekundärdarstellungen übernommen, sondern am Original geprüft.
  • Erfundene Belege sind ein Ausschlusskriterium. Eine Quelle, die wir nicht verifizieren konnten, wird nicht zitiert – auch nicht mit Einschränkung.
  • Wo ein Wert aus einer Berechnung stammt und nicht aus einer Messung, wird das im Text gesagt.

2. Unsicherheit wird benannt, nicht geglättet

  • Wir schreiben, wenn die Datenlage uneinheitlich, schwach oder veraltet ist.
  • Wir unterscheiden sprachlich zwischen „nachgewiesen“, „plausibel“ und „nicht belegt“.
  • Wir stellen keine Einzelstudie als gesicherte Erkenntnis dar.
  • Ein fehlender Beleg wird nicht als Beleg für das Gegenteil dargestellt. Dass für eine Aussage keine Daten vorliegen, heißt nicht, dass sie widerlegt wäre – und umgekehrt.

3. Keine werbliche Sprache

  • Keine Superlative, keine Dringlichkeit, keine Handlungsappelle in Fachbeiträgen.
  • Keine pauschalen Wertungen wie „besonders wichtig“, „hochwertig“ oder „überlegen“ ohne Bezugsgröße und Beleg.
  • Keine Darreichungsform, Nährstoffform oder Herstellungsart wird ohne differenzierte Begründung als generell überlegen dargestellt.
  • Marketingbegriffe werden als Marketingbegriffe eingeordnet, nicht als Fachterminologie übernommen.

4. Trennung von Redaktion und kommerziellen Interessen

  • Beiträge mit kommerziellem Bezug tragen einen sichtbaren Hinweis am Beitragsanfang, der die Art der Verbindung benennt.
  • Eine wirtschaftliche Beziehung darf die Bewertung der Datenlage nicht verändern.
  • Herstellerangaben werden als Herstellerangaben gekennzeichnet und nicht als wissenschaftliche Belege verwendet.
  • Es gibt keine Inhalte, deren Aussage vorab mit Dritten abgestimmt wird.

5. Umgang mit Gesundheitsaussagen

  • Wir stellen keine Diagnosen, geben keine Dosierungsempfehlungen für Einzelpersonen und sprechen keine Therapieempfehlungen aus.
  • Gesundheitsbezogene Angaben werden im Kontext des geltenden europäischen Rechtsrahmens eingeordnet, nicht als eigene Wirkversprechen wiedergegeben.
  • Beiträge enthalten einen Hinweis darauf, dass sie keine ärztliche Beratung ersetzen.
  • Wir vermeiden alarmistische Darstellungen. Risiken werden mit Größenordnung und Bezugsgröße dargestellt, nicht als isolierte Schlagworte.

6. Struktur und Verständlichkeit

  • Zwischenüberschriften formulieren wo möglich eine konkrete Frage; die Antwort steht unmittelbar darunter in wenigen Sätzen, bevor die ausführliche Erläuterung folgt.
  • Fachbegriffe werden bei erster Verwendung definiert.
  • Tabellen werden eingesetzt, wo sie Vergleiche tatsächlich erleichtern – nicht als Gestaltungselement.
  • Länge folgt dem Inhalt. Beiträge werden nicht künstlich verlängert.

7. Quellenangabe

  • Jeder Fachbeitrag schließt mit einer Quellenliste, die Herausgeber beziehungsweise Autoren, Titel, Jahr und Fundstelle nennt.
  • Aussagen mit besonderem Gewicht werden zusätzlich unmittelbar im Text belegt.
  • Bei Rechtsakten wird die konsolidierte Fassung zugrunde gelegt und der Stand genannt.
  • Bei Referenzwerten und Höchstmengen wird das Gremium und das Jahr der Ableitung mit angegeben, weil Werte gleichen Namens unterschiedlich alt sein können.

8. Datum, Aktualität und Korrekturen

  • Jeder Fachbeitrag weist ein Veröffentlichungsdatum aus, bei Überarbeitung zusätzlich das Datum der letzten fachlichen Prüfung.
  • Beiträge mit regulatorischem Bezug werden mindestens jährlich überprüft.
  • Sachliche Fehler werden korrigiert und die Korrektur am Beitrag ausgewiesen. Stillschweigende Änderungen an inhaltlichen Aussagen finden nicht statt.

9. Umgang mit KI-Werkzeugen

  • Digitale Werkzeuge einschließlich KI-Systemen können bei Recherche, Strukturierung und Textentwurf eingesetzt werden.
  • Jede daraus hervorgehende Tatsachenbehauptung und jede Quellenangabe wird redaktionell an der Primärquelle geprüft, bevor sie veröffentlicht wird. Ein maschinell erzeugter Beleg gilt so lange als nicht existent, bis er verifiziert ist.
  • Die inhaltliche Verantwortung liegt in jedem Fall bei der MedTest-Redaktion.

10. Was wir nicht veröffentlichen

  • Ranglisten und Bestenlisten von Produkten ohne offengelegte, nachvollziehbare Bewertungskriterien.
  • Inhalte, die eine Wirkung suggerieren, für die keine tragfähige Evidenz vorliegt.
  • Erfahrungsberichte, die als repräsentative Belege für eine Wirkung dargestellt werden.
  • Beiträge, deren einziger Zweck die Suchmaschinenoptimierung ist und die keinen eigenständigen fachlichen Wert haben.